- Ktesipho
- Sagst du meinem Vater, dass ich von hier aufs Land gegangen bin?
- Syrus
- Schon längst.
- Ktesipho
- Sobald er mich dort nicht sieht, wird er schon hierher zurücklaufen: er wird mich fragen, wo ich gewesen bin: „Ich habe dich den ganzen Tag nicht gesehen.“ Was soll ich sagen?
- Syrus
- Sei unbesorgt! So sanft wie ein Schaf gebe ich ihn dir zurück.
- Ktesipho
- Wie?
- Syrus
-
Er hört gern, dass du gelobt wirst: Ich mache dich bei jenem zu einem Gott.
Em für dich aber!
- Ktesipho
- Was ist denn?
- Syrus
- Wenn man vom Teufel spricht ...
- Ktesipho
- Ist es mein Vater?
- Syrus
- Er selbst ist es.
- Ktesipho
- Syrus, was werden wir machen?
- Syrus
- Flieh nur hinein. Ich werde sehen.
- Demea
- Ich bin wirklich ein unglücklicher Mensch: zuerst finde ich nirgends meinen Bruder, außerdem aber, während ich meinen Sohn suche, sehe ich einen Tagelöhner vom Landgut: er sagt, dass dieser Sohn nicht auf dem Lande sei. Ich weiß nicht, was ich machen soll.
- Ktesipho
- Ich werde mich mit jener in irgendeine Kammer einschließen: das ist am sichersten.
- Syrus
- Sei guten Mutes!
- Demea
- Aber ich sehe da den Spitzbuben Syrus!
- Syrus
- Was ist das für ein Unglück?
- Demea
- Was kläfft jener? Was will er? Was sagst du, guter Mann? Was hast du?
- Syrus
- Du fragst? Ktesipho hat mich armen und diese Harfenspielerin fast im Streit getötet.
- Demea
- Weshalb?
- Syrus
-
Er sagt, diese sei durch mich als Antreiber gekauft worden. Er hat auf nichts Rücksicht genommen.
Er hat sich nicht geschämt, einen alten Menschen zu schlagen! Ich habe diesen schon als so kleinen Jungen in meinen Händen getragen.
- Demea
- Ich lobe dich: Ktesipho, du schlägst dem Vater nach: geh weg, ich halte dich für einen Mann.
- Syrus
- Du lobst ihn?
- Demea
-
Er hätte nichts besseres tun können. Er denkt das selbe, das ich denke, dass du der Kopf dieser Sache bist.
Aber ist mein Bruder da drinnen?
- Syrus
- Er ist es nicht. Ich weiß, wo er ist. Aber den Namen jenes Menschen weiß ich nicht, aber ich kenne den Ort, wo er ist.
- Demea
- Sag mir den Ort!
- Syrus
- Kennst du die Säulenhalle ... geh vorüber ... sobald du dorthin gekommen sein wirst ... geh nach rechts! Bei dem Teich selbst ist eine Werkstätte: dort ist er.
- Demea
- Aber zögere ich, zu ihm weiterzugehen?
- Syrus
- Aeschinus zögert ärgerlicherweise – Ktesipho aber ist mit Leib und Seele bei der Liebe – ich habe für mich vorgesorgt: ich werde nämlich weggehen und den Tag von hier an gemächlich Becher schlürfend verbringen.
- Micio
- Hegio, ich mache meine Pflicht. Ich mache den Fehler, der bei uns entstanden ist, wieder gut.
- Hegio
- Ich bitte dich, dass du zusammen mit mir zur Mutter des Mädchen gehst, Micio, und ihr das selbe, das du mir gesagt hast, sagst: dass dieser Verdacht wegen seinem Bruder bestehe und dass die Harfenspielerin für ihn sei.
- Micio
- Wenn du es so für recht hältst oder wenn es nötig ist, das es so geschieht, wollen wir gehen.
- Hegio
- Du machst es gut.
- Aeschinus
-
Wah! Ich bin in einen so großen Verdacht geraten und das nicht unverdient: Sostrata glaubt, dass ich die Harfenspielerin für mich gekauft habe.
Jene alte Frau ruft: „Geh weg, geh weg, Aeschinus, du hast uns lang genug Worte gegeben, genug hast du bis jetzt unser Vertrauen enttäuscht.“
Ich hielt mich dennoch zurück, damit ich der jener schwatzhaften nichts über den Bruder sagte und das öffentlich würde.
Bis jetzt wurde gezögert: jetzt aber , Aeschinus, wach schon auf! Nun ist das das erste: ich werde zu jenen gehen, um mich zu rechtfertigen. Ich werden zur Tür gehen.
He, he! Ich bin Aeschinus: macht auf!
- Micio
-
Macht es so wie ich gesagt habe, Sostrata! Ich werde Aeschinus treffen, damit er weiß, wie das gemacht wird.
Aber wer klopft an der Tür?
- Aeschinus
- Bei Herkules es ist mein Vater: ich bin verloren!
- Micio
-
Aeschinus, hast du an die Tür geklopft?
Er schweigt. Warum verarsche ich ihn nicht ein wenig?
- Aeschinus
- Sag mir, Vater, was machst du hier?
- Micio
- Ein gewisser Freund hat mich gerade von Forum hierher geführt – um ihm Rechtsbeistand zu leisten.
- Aeschinus
- Was?
- Micio
- Ich werde es dir sagen: hier wohnen gewisse ärmliche Frauen. Wie ich meine, kennst du sie nicht.
- Aeschinus
- Was dann weiter?
- Micio
- Es ist eine junge Frau mit ihrer Mutter.
- Aeschinus
- Mach weiter!
- Micio
- Diese junge Frau ist väterlicherseits verwaist. Dieser jene Freund ist ihr nächster Verwandter: Die Gesetze zwingen diese, diesen zu heiraten.
- Aeschinus
- Ich bin verloren!
- Micio
- Er ist gekommen, um sie mit sich fortzubringen. Er wohnt nämlich in Milet.
- Aeschinus
- Em – um die junge Frau mit sich fortzubringen?
- Micio
- So ist es.
- Aeschnius
- Was sie selbst? Was sagen sie?
- Micio
- Die Mutter gibt vor, dass sie einen Junge von irgendeinem anderen Mann geboren habe, aber sie nennt nicht seinen Namen. Jener sei der erste, sie dürfe nicht diesen heiraten
- Aeschinus
- Eine unwürdige Tat, Vater! Wie, glaubt ihr, wird sich jener Arme fühlen wird (Was glaubt ihr, wird jener Arme für einen Seelenzustand haben), der als Unglücklicher vielleicht jene unglücklicherweise liebt, wenn er sehen wird, dass diese ihm in seiner Gegenwart entrissen wird.
- Micio
- Was geht uns das an, Aeschinus? Was haben wir mit jenen zu tun? Gehen wir! Was ist? Warum weinst du?
- Aeschinus
- Vater, ... ich beschwöre dich, ... hör mir zu!
- Micio
- Aeschinus, ich habe alles gehört und weiß alles. Ich liebe dich nämlich, was du machst, gereicht mir umso mehr zur Sorge.
- Aeschinus
- Hoffentlich liebst du mich, solange du lebst, mein Vater, damit mich das heftig schmerzt und ich mich deinetwegen schäme.
- Micio
-
Das glaube ich, beim Herkules! Ich fürchte aber, dass du allzu unvorsichtig bist. In welchem Staat glaubst du eigentlich zu leben? Du hast eine Jungfrau geschändet, die du zu berühren kein Recht hattest. Schon dieses erste Vergehen ist groß genug, aber es ist dennoch menschlich: andere ebenso gute haben es oft gemacht.
Aber nachdem das passiert war, hast du dich nicht umgeschaut. Du hast sowohl dich als auch jene und ihren Sohn verraten. Was? Glaubtest du, dass sie Götter das für dich erledigen, während du schläfst?
Sei guten Mutes! Du heiratest!
- Aeschinus
- Hä!?
- Micio
- Ich sagte, sei guten Mutes.
- Aeschinus
- Vater, ich beschwöre dich, verarscht du mich jetzt?
- Micio
- Geh nach hause und bete zu den Göttern, damit du sie als Ehefrau herbei holst: Geh!
- Aeschinus
- Was? Schon als Ehefrau?
- Micio
- Schon.
- Aeschinus
- Schon?
- Micio
- Sobald als möglich.
- Aeschinus
- Alle Götter sollen mich hassen, Vater, wenn ich dich nicht mehr liebe als meine Augen.
- Micio
- Was? Wie jene?
- Aeschinus
- Gleichermaßen.
- Micio
- Sehr gütig.
- Aeschinus
- Was? Wo ist jener Milesier?
- Micio
- Er ist verloren, weggegangen, hat ein Schiff bestiegen. Aber warum zögerst du?
- Demea
-
Ich bin völlig erschöpft vom Herumlaufen. Dich Syrus, mit deiner Wegbeschreibung, soll der große Juppiter vernichten. Da war weder irgendeine Werkstatt, noch hat irgendein Mensch gesagt, meinen Bruder gesehen zu haben.
Aber da sehe ich ihn!
Dich suche ich gerade, Micio. Ich bringe andere gewaltige Schandtaten jenes guten Jünglings zu dir – neue, die Hauptschandtaten.
- Micio
- Ich weiß.
- Demea
- Ah, du Dummer. Du träumst, dass ich mit der Harfenspielerin zu tun habe: Dieser Fehler ist gegen ein bürgerliches Mädchen gemacht worden. Der Junge ist geboren.
- Micio
- Ich weiß.
- Demea
- Was wird nun geschehen?
- Micio
-
Ich habe das Mädchen schon verlobt, die Sache ist gerichtet; es wird eine Hochzeit stattfinden.
Ich trag's mit Gelassenheit. So ist das Leben der Menschen, als ob du mit Würfeln spielst: wenn jenes, das am nötigsten ist, nicht durch den Wurf fällt, musst du jenes, das durch Glück fällt, mit Kunst verbessern.
- Demea
- Du Verbesserer! Durch deine Kunst sind nämlich 20 Minen für die Harfenspielerin verloren gegangen. Was wirst du mit ihr machen?
- Micio
- Sie wird zu hause sein. - Ich treffe diese, später kehre ich hierher zurück.
- Demea
-
O Juppiter, dieser Wahnsinn! Die Ehefrau wird ohne Mitgift kommen; die Harfenspielerin ist da drinnen; verschwenderisches Haus; der Jüngling ist vom Luxus verdorben. Der Alte redet im Wahnsinn.
Selbst wenn sie wollte, könnte Salus dieser Familie nicht helfen.