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Publius Terentius Afer

Adelphoe Comic, 5

Syrus

Beim Pollux! Syrus, du hast dich weich um dich gesorgt.

Ich sehe aber hier, der alte Mann ist da! Was ist los? Warum bist du traurig?

Demea

O Verbrechen! Du fragst?

Selbst im größten Durcheinander und beim größten Fehler säufst du, als ob die Sache gut gelaufen wäre.

Dromo
He Syrus, Ktesipho bittet dich, zurückzukommen.
Syrus
Geh weg!
Demea
Was erzählt dieser über Ktesipho?
Syrus
Nichts.
Demea
Ich werde es schon wissen.
Syrus
Was machst du? Wohin gehst du?
Demea
Nimmst du nicht deine Hand weg, Nichtsnutz?
Syrus
Er ist gegangen. Was soll ich nun tun?
Micio
Es ist von uns so vorbereitet, wie ich sagte, Sostrata. Sobald du willst ... Wer klopft denn so heftig an die Türe?
Demea
Ach mir! Was soll ich machen? Was soll ich tun? Was soll ich rufen oder klagen? Oh Himmel, oh Erde, oh Meere Neptuns!
Micio
Er hat die ganze Sache entdeckt. Es ist zu helfen.
Demea
Ich sehe, das gemeinsame Verderben unserer Kinder ist da.
Micio
Unterdrücke endlich deinen Zorn und komm wieder zu dir!
Demea
Ich habe ihn unterdrückt, ich bin wieder zu mir gekommen. Hatten wir nicht unter uns abgemacht, dass du dich nicht um meinen [Sohn] kümmerst und ich mich nicht um deinen. Antworte!
Micio
Es ist gemacht worden, das leugne ich nicht.
Demea
Warum säuft er nun bei dir? Warum hast du meinen aufgenommen.
Wenn ich mich nicht um deinen kümmere, kümmere dich nicht um meinen!
Micio

Du sagst nicht das gleiche.

Es gibt nämlich einen gewissen alten Spruch, dass unter Freunden alles gemeinsam sei.

Demea
Nicht?
Micio
Hör dir meine wenigen [Worte] an, wenn es dich nicht stört, Demea. Zuerst, wenn dich das wurmt, die Kosten, die die Söhne verursachen, bitte ich dich, dass du bei dir überlegst:
Behalte jenes alte Prinzip: bewahre, erwirb, spare, mach, dass du ihnen möglichst viel hinterlässt. Behalte diesen deinen Ruhm. Lass sie das meine, was sich unverhofft ergeben hat, gebrauchen.
Demea
Ich rede nicht vom Geld: die Gewohnheiten beider ...
Micio

Warte: ich weiß.

Oh unser Demea, im Alter sind wir in allem weiser.

Nur einen Fehler bringt das Alter den Menschen: wir alle sind mehr aufs Geld bedacht als nötig ist.

Demea
Dass uns nur diese deine allzu guten Ratschläge, Micio, und deine Gelassenheit nicht ruinieren.
Micio
Schweig: das wird nicht geschehen. Lass das schon! Glätte deine Stirn!
Demea

Die Zeit fordert es: es muss gemacht werden.

Ich werde übrigens morgen bei Tagesanbruch mit meinem Sohn von hier aufs Land gehen und diese Harfenspielerin werde ich zusammen mit mir von hier dorthin wegbringen.

Am Mittag selbst werde ich sie Ähren sammeln lassen: ich werde sie so ausgebrannt und schwarz wie Kohle zurückgeben.

Micio
Ah, machst du weiter?
Demea
Ich höre schon auf!
Micio
Geh also hinein!
Demea

Ich habe herausgefunden, dass für den Menschen nichts besser ist als Nachsicht und Milde. Das ist leicht an mir, an meinem Bruder und an jedem beliebigen zu erkennen. Jener hat immer ein Leben in Muße verbraucht, auf Partys, mild und gefällig. Er lebt für sich, er macht Ausgaben für sich: alle loben ihn, sie lieben ihn. Ich bin bäurisch, streng, traurig, sparsam, griesgrämig, geizig und ich habe geheiratet: Welch ein Elend habe ich gesehen! Kinder wurden mir geboren – eine andere Sorge.

Aber ach, während ich mich bemühe, für jene möglichst viel Gewinn zu machen, rieb ich beim Geld Verdienen mein Leben und Alter auf.

Nun im fortgeschrittenen Alter erhalte ich diesen Lohn für diese Mühe von diesen: Hass. Jener andere bemächtigt sich ohne Arbeit der väterlichen Vorteile.

Jenen lieben sie, mich fliehen sie. Jenem glauben sie alle Ratschläge, bei jenem sind beide, ich bin verlassen.

Ich fordere auch von den Meinen geliebt und hoch geschätzt zu werden: wenn das geschieht durch Geben und Nachgeben, werde ich nicht die schlechtere Rolle bekommen.

Syrus
He Demea, dein Bruder bittet dich, dass du nicht weiter weggehst.
Demea
Oh unser Syrus, sei gegrüßt. Was ist los, was wird gemacht? Du zeigst dich nicht als unfreier Sklave und ich möchte dir gern etwas Gutes tun.
Syrus
Ich habe Dank...
Geta

Herrin, ich gehe und sehe hierher zu diesen, wie bald sie das Mädchen holen. Aber ich sehe Demea!

Sei gegrüßt!

Demea
Oh, wie heißt du?
Geta

Geta! Ich beurteile dich heute als Mensch von größtem Wert und von meiner Gesinnung. Dieser ist mir nämlich ein sehr bewährter Sklave, der um seinen Herrn besorgt ist und deshalb möchte ich dir gern etwas Gutes tun.

Ich bin darauf bedacht freundlich zu sein, es geht auch gut voran.

Was ist los, Aeschinus?

Aeschinus

Sie bringen mich um, wenn sie sich bemühen die allzu heilige Hochzeit zu machen: sie verbrauchen den Tag fürs Vorbereiten.

Sieh da, mein Vater, du warst hier?

Demea

Beim Herkules, dein Vater von wahrer Gesinnung und Natur, der dich mehr liebt als diese Augen.

Aber warum holst du die Frau nicht nach hause?

Befehl diese Mauer im Garten niederzureißen! Mach ein einziges Haus! Führe sowohl die Mutter als auch die ganze Familie zu uns!

Aeschinus
Das gefällt mir, Vater, sehr witzig!
Demea

Gut, schon werde ich witzig genannt. Das Haus des Bruders wird offen zugänglich gemacht, er führt die Menge zum Haus, er verliert durch die Kosten vieles. Was geht mich das an. Ich komme als witziger in Gunst.

Syrus, zögerst du zu gehen und zu handeln?

Micio
Du befiehlst das, Demea?
Demea

Im Gegenteil, beim Herkules, das ziemt sich sogar so für uns.

Zuerst die Mutter dieser Ehefrau.

Micio
Sie ist es. Was dann?
Demea
Sie ist tüchtig und anständig.
Micio
So sagt man.
Demea
Sie ist älter.
Micio
Ich weiß.
Demea
Es wäre gerecht,dass du sie heiratest.
Micio

Aber ich, heiraten??

Ich?!

Demea
Du, sage ich.
Micio
Du redest töricht!
Aeschinus
Mein Vater!
Micio
Du bist wahnsinnig: entferne dich!
Demea
Handle, gewähre dem Bruder Gnade!
Micio
Bist du noch gesund? Soll ich erst mit 65 ein neuer Ehemann werden.
Demea
Mach es! Versprich es!
Aeschinus
Sträube dich nicht!
Micio
Auch wenn dies mir verkehrt, albern, absurd und fremd von meinem Leben scheint, wenn ihr dies so sehr wollt, soll es geschehen.
Demea
Nun bist du mein Bruder, gleichermaßen im Geiste wie vom Körper.
Syrus
Es ist gemacht, was du befohlen hast, Demea.
Demea
Beim Pollux, also meiner Meinung nach geschieht es zu Recht, dass Syrus heute frei wird.
Micio
Der da frei? Weswegen diese Tat?
Syrus
Ich habe mich fleißig für euch um diese beiden von der Kindheit an gekümmert: Ich habe gelehrt, ich habe gemahnt, ich habe immer alles, was ich konnte, gut gelehrt.
Demea
So zeigt sich die Sache. Darüber hinaus folgendes: einkaufen mit Treue, die Dirne herbringen, tagsüber die Party vorbereiten: dies sind die Aufgaben eines nicht mittelmäßigen Menschen.
Micio
Willst du, dass das geschieht?
Aeschinus
Ich will es.
Micio

Wenn ihr unbedingt das wollt:

Syrus, komm hierher zu mir: du sollst frei sein!

Syrus
Oh bester Mann.
Aeschinus
Oh mein liebster Vater!
Micio
Welche Sache hat deine Sitten so plötzlich geändert?
Demea

Ich werde es dir sagen:

Damit das gezeigt worden ist, weil diese dich für nachsichtig und lieb halten, dass dies weder aus dem wahren Leben noch aus Rechtem und Billigem geschieht, ...

… sondern aus Zustimmen, Nachgeben und Geldausteilen, Micio. Wenn euch mein Leben nun so sehr verhasst ist, Aeschinus, weil ich nicht gerechtes ungerecht und geradezu alles gänzlich befolge, mache ich die Aufträge: lasst euch los, kauft, macht was euch beliebt. Aber wenn ihr das lieber tadeln und mich an dieser Stelle verbessern wollt, was ihr wegen eurer Jugend geringer seht und es heftiger wollt und wenig bedenkt, seht mich an, der ich das für euch tun soll.

Aeschinus
Dir, Vater, erlauben wir das.
Syrus
Klatscht Beifall.

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